Elektrische Fische sorgen für Spannung

Warum die Meeresbewohner Strom erzeugen, erklärt Timo Moritz vom Deutschen Meeresmuseum bei der nächsten Kinder-Uni.

Stadtmitte – Es gibt Tiere wie Chamäleons, die können ihre Farbe ändern. Andere Lebewesen wie Wale unterhalten sich, auch wenn sie Kilometer voneinander entfernt sind, und wieder andere, wie die Fische, können sogar selbst Strom erzeugen. Bei Letzteren kennt sich Timo Moritz vom Deutschen Meeresmuseum besonders gut aus. Bei der nächsten Kinder-Uni der Rostocker Universität und der OSTSEE-ZEITUNG am Mittwoch, 30. April, erzählt er, welche elektrischen Fische es gibt, warum sie Strom erzeugen und was sie damit machen. „Die Kinder erwartet viele Dinge über eine spannende Tiergruppe, von der sie bisher noch nichts wussten“, verrät Moritz. Einen echten elektrischen Fisch wird er zwar nicht mitbringen, dafür hat der 37-Jährige aber Modelle in der Tasche. Es wird also nicht nach Fisch riechen.


Elektrische Fische sind Zitteraale, -rochen und -wels. Doch die produzieren nicht gleich starken Strom, sondern sind in Gruppen unterteilt. „Sie leben nicht in der Ostsee“, gibt Moritz Entwarnung. Beim Baden muss also niemand Angst haben, plötzlich einen Stromschlag zu bekommen.


Elektrische Fische leben zum Beispiel in Afrika und Südamerika. „Zitterrochen sind weltweit im Meer in subtropischen und tropischen Gebieten zu finden“, erzählt der Kurator des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund. „Die gibt es also schon im Mittelmeer und im Atlantik.“ In der Vorlesung geht es zum Beispiel um Fragen wie: Warum wird der Zitterwels nicht vom Krokodil gefressen und warum glaubt ein Fisch sich zu verstecken, wenn er in einem durchsichtigen Rohr ist?


Seit vier Jahren arbeitet Timo Moritz am Deutschen Meeresmuseum. „Ich fand Fische schon immer spannend“, erzählt der Experte. Seine Doktorarbeit hat er über elektrische Fische geschrieben. „Es gibt viele Tiere, die Strom wahrnehmen können, aber nur vier Fischgruppen, die ihn produzieren“, verrät er. Theoretisch können alle Tiere Strom erzeugen, allein durch ihre Muskelbewegung. „Aber nicht in dem Maße, dass sie den Strom für sich nutzen können“, sagt Moritz.


Der Kurator für Ichthyologie – das ist die Fischkunde – am Meeresmuseum beschäftigt sich täglich mit der Sammlung, Ausstellung und Forschung von Fischen. Als Fachbereichsleiter Wissenschaft arbeitet er zum Beispiel an der Artbeschreibung von neuen Arten und beschäftigt sich mit der Bestimmung von Fischen. „Das heißt, wie kann ich Arten auseinanderhalten?“, erläutert Moritz.


Am 30. April verrät er aber erst mal die Geheimnisse der elektrischen Fische. Diese nutzen den Strom nicht nur zum Verteidigen, sondern auch zum Unterhalten. Wie? Die Antwort gibt es im Audimax. Achtung: Hochspannung.


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Timo Moritz vom Deutschen Meeresmuseum misst im Labor die Größe eines konservierten, elektrischen Fisches. In der Kinder-Uni verrät der 37-Jährige die Besonderheit dieser Tiere.

(Foto: Deutsches Meeresmuseum)


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