Flüssige Luft und neugierige Kinder: So lief die erste Rostocker-Kinderuni in diesem Semester

Die Kinderuni-Vorlesung fand auch dieses Mal im Livestream statt. Ein verwirrter Professor kam dem Geheimnis von flüssiger Luft auf die Spur. Und die Kinder konnten die Wissenschaftler der Uni Rostock in Videobotschaften mit Fragen löchern. Hier können Sie sich das Video noch einmal anschauen und beim Quiz mitmachen. Es winken Gewinne.

Rostock. Endlich ging es wieder los: Die Kinderuni startete am Mittwoch ins neue Semester. Und mit der ersten Vorlesung knisterte, brodelte und dampfte es im Hörsaal der Uni Rostock. Für die kleinen und großen Entdecker gab es viel zu sehen. Wegen der Corona-Beschränkungen fand die Veranstaltung wieder im Livestream statt, dennoch konnten die Kinder bei vielen Experimenten zuschauen und vorab auch Fragen stellen.

Eine lilafarbene Tulpe zerschellte in kleine Teile. Dabei wollte der Physiker Dr. Franklin Martinez in der Rolle des „Wissenschuftlers“ Dr. Ken Yschnysch, diese Blume einfach nur trocken schütteln. Zuvor hatte er sie nämlich in eine Flüssigkeit getunkt. Die Flüssigkeit sah aus wie Wasser. Doch das war es nicht. Es war flüssiger Stickstoff mit minus 200 Grad Celsius.

Physik kinderleicht erklärt
In der Rolle eines verrückten und leicht verpeilten Wissenschaftlers erklärte Dr. Franklin Martinez kinderleicht die verschiedenen Aggregatzustände – fest, flüssig und gasförmig. Er zeigte den Kindern, dass ein fester Stoff, beispielsweise Eis, bei Erwärmung flüssig wird und bei weiterer Hitze schließlich gasförmig. Das erlebe man fast täglich beim Kochen, sagte er – und zeigte es vor.

Dass es so mit allen Stoffen geht, diese aber jeweils andere Temperaturen gut finden, zeigte er den Kindern in einem Gedankenexperiment. Der Eisbär beispielsweise finde es in Afrika viel zu heiß, die Giraffe am Nordpol viel zu kalt. So sei es auch mit Wasser oder Metallen – oder eben mit Luft. „Wenn sie sehr kalt wird, wird sie flüssig“, erklärte der Wissenschaftler. „Und mit dieser flüssigen Luft kann man tolle Experimente machen. Aber man muss schnell sein, weil es schnell verdampft.“

„Ist Schokolade ungesund?“
In seinem letzten Experiment zeigte er, wie er festen Schaum herstellen könne. Mit einer riesigen rauchenden Explosion ging es weiter im Programm. Denn nun kamen die Kinder zu Wort. In Videobotschaften stellten die Kids ihre Fragen, die von Profis der Universität beantwortet wurden. „Wie ist das Weltall entstanden?“, fragte sich beispielsweise Gabriel. Viktor interessierte es hingegen brennend, woher die Meerestiere kommen.

Auch fragten sich die Kinder, wie das Leben vor sechzig Jahren aussah und warum sich Jungs häufiger „kloppen“ als Mädchen. Und eine spannende Frage wurde auch geklärt: Warum ist Schokolade ungesund? Die Antwort: Ist sie eigentlich gar nicht. Dunkle Schokolade ist nicht ungesund, nur die weiße. Und generell sei es eher wichtig, nicht zu viel davon zu essen.

In einer Videobotschaft des Universitätsrektors appellierte er an die Kinder, weiter neugierig zu sein. Es habe sich zwar viel verändert im Verlaufe der Zeit, aber eines nicht: dass man Fragen stellen sollte. „Die Kinder sollen ruhig Löcher in den Bauch fragen“, sagte er. „Und die Fragen, die wir nicht beantworten können, möchten wir gemeinsam erforschen.“

(Text: Stefanie Ploch, Foto: Screenshot/ Kinderuni Rostock)

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