Grippewelle: Arztbesuch in der Kinder-Uni

Professor Attila Altiner erklärt auf der ersten Vorlesung des neuen Semesters, was es mit dem Phänomen Schnupfen auf sich hat

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Es ist Erkältungszeit. Überall schnieft und schnupft es. Doch was hat es mit dem Schnupfen eigentlich auf sich? Eine Antwort auf diese Frage können kleine Studenten in der nächsten Woche in der Kinder-Uni bekommen. Die Veranstaltung der OSTSEE-ZEITUNG und der Universität Rostock startet dann zum 23. Mal ins neue Semester. Das Motto der Auftaktvorlesung lautet: „Warum haben wir Schnupfen?“

„Eine laufende Nase ist lästig, aber nicht gefährlich“, sagt Prof. Dr. Attila Altiner. Er ist Experte auf dem Gebiet des Schnupfens. Für ihn ist es das erste Mal, dass er die Kinder-Uni betreut. „Das Thema haben sich die Schüler gewünscht“, sagt der Mediziner. Schnupfen erkenne man daran, dass die Nase läuft und dass man schwer Luft bekomme. „Es ist meist ein Symptom für eine Erkältung und völlig harmlos“, klärt der Arzt auf. Ob Schnupfen nützlich sei, konnte die Wissenschaft laut Altiner bisher noch nicht klären.

Sein Vorbild für die Vorlesung sei die „Sendung mit der Maus“. „Wenn wir es schaffen, ihr ein kleines bisschen nachzueifern, würde ich mich freuen“, erzählt der 46-Jährige. Er schätzt die Sendung, weil sie auch schwierige Informationen interessant vermitteln kann. „Sie nimmt das Publikum ernst und versucht nicht, es von oben herab zu belehren.“ Mit diesem Ansatz möchte er seine jungen Zuhörer erreichen. Für den Dozenten ist es wichtig, einen guten Draht zu den Sieben- bis Zwölfjährigen aufzubauen. „Man sollte das Kind in sich selbst nicht verlieren.“

Doch mit der Vorlesung verfolgt Altiner noch ein weiteres Ziel: Die jungen Studenten und vor allem ihre Eltern sollen für den Umgang mit Antibiotika sensibilisiert werden. Für den Experten ist es eine Herzensangelegenheit. „Antibiotika sollten nur eingenommen werden, wenn es unbedingt notwendig ist.“ Ansonsten drohe die Gefahr, dass das starke Medikament irgendwann nicht mehr wirke.

Wie in einer richtigen Vorlesung wird der Professor Fachwissen vermitteln. Angst müssen die Teilnehmer jedoch nicht haben. „Wir werden keine Klassenarbeiten schreiben“, gibt der Allgemeinmediziner Entwarnung. Stattdessen möchte er Videos und Bilder zeigen. „Ich wünsche mir, dass es den Kindern Spaß macht“, hofft Altiner.

Der Arzt hält auch Vorlesungen im normalen Lehrbetrieb der Uni. Studenten könne man jedoch nicht mit den Kindern vergleichen. „Es ist klar, dass man mit jungen Erwachsenen anders reden muss als mit den Kleinen“, sagt Altiner. Er weiß, wovon er spricht, denn als Allgemeinmediziner habe er häufig auch mit jungen Patienten zu tun. „Ich glaube, es ist kein Problem, komplizierte Sachverhalte zu erklären. Solange man sie mit einfachen Worten darstellt“, so der Experte.

Altiner freut sich schon auf die Vorlesung der Kinder-Uni am kommenden Mittwoch. „Ich hoffe natürlich, dass ich dann keinen Schnupfen habe“, erzählt der Arzt schmunzelnd.

 (Text: Lina Wüstenberg, Foto: Jens Wagner)

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