26 Stimmen erklingen bei letzter Kinder-Uni im Semester

In der Veranstaltung von OZ und Uni erfahren die Mini-Studenten dieses Mal alles über den Opernchor des Volkstheaters

Stadtmitte. Zur letzten Kinder-Uni in diesem Semester will Joseph Feigl den jungen Zuhörern ganz viel Freude bringen. Nicht nur mit seinen Geschichten, sondern auch musikalisch: Feigl ist der Chef des Opernchors vom Rostocker Volkstheater. Im Hörsaal wird er seine 26-köpfige Gruppe aus Männern und Frauen dirigieren. „Und sie werden auf jeden Fall ein Lied singen, das bestimmt ganz viele Kinder kennen, nämlich ,Freude schöner Götterfunken’ aus Beethovens 9. Sinfonie“, verspricht er.

„Die bunte Welt der Opernchöre – Wie singt man am Theater?“ heißt das Thema. Und so kurz vor Weihnachten haben die Sänger und der Dirigent natürlich auch ein Weihnachtslied im Gepäck. „Es ist sehr bekannt, alle die wollen, können es mitsingen“, sagt Feigl und macht neugierig. Gespannt dürfen die Steppkes und ihre großen Begleiter nicht nur auf die vielen Musikstücke bei der stimmungsvollen Vorlesung sein. Wer gern singt und nicht so recht weiß, ob er Talent hat oder wo er außerhalb des Kinderzimmers trällern könnte, muss am kommenden Mittwoch vorbeikommen und gut zuhören.

Laut Joseph Feigl gibt es viele Möglichkeiten: Kirchenchor, Jugendchor oder der Kinderchor des Volkstheaters. „Meistens ist der Eintritt als Kind in einen Chor der erste Schritt, um später professionell am Theater oder im Opernhaus zu singen.“ Feigl, ein gebürtiger Münchner, hat im Knabenchor begonnen. Manche sind ganz berühmt, wie die Thomaner aus Leipzig oder die Wiener Sängerknaben. In der Ausbildung müssen alle Sänger als Solisten ihren Mann stehen. „Und man singt nicht nur sein eigenes Spezialgebiet, sondern muss vielfältig sein.“ Das sei schwierig, aber gleichzeitig reizvoll, findet der Fachmann oder besser Fachsänger.

So richtig aufgeregt, vor so vielen Lütten zu stehen und zu reden, sei er nicht. „Ich kenne die Arbeit mit Kindern, habe Kinderchöre geleitet.“ Gespannt auf die Reaktion der Mini-Studenten sei er dennoch. Aber dirigieren, also eine Gruppe anleiten, ist ja schließlich sein Beruf. In Salzburg (Österreich) und in Weimar in Thüringen hat der 52-Jährige studiert. Übrigens muss er als Chorleiter nicht nur dirigieren können. „In meiner Position muss man auch Klavier spielen können – und das sogar sehr gut“, sagt Feigl, der nach vielen Jahren in Lübeck nun seit drei Monaten am Rostocker Theater arbeitet.

Bei der Kinder-Uni will der Chef des Opernchors auch erklären, was so ein Opernsänger oder Chorsänger vormittags treibt. Denn die Auftritte sind ja meist abends.

Zum Tagesprogramm gehört unter anderem Fechten lernen, Italienisch und Sprechausbildung. Warum? Das erzählt Feigl ausführlich im Hörsaal. Außerdem erklärt er, warum nicht jeder als Solist geeignet ist und ob Chorsänger bis ins Rentenalter hinein arbeiten können.

 (Text und Foto: Claudia Tupeit)

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