Im Hörsaal geht es stürmisch zu

Der Physiker Michael Beyer erklärt in der Kinder-Uni, wie viel Kraft Wind haben kann.


Kröpeliner-Tor-Vorstadt – Ziemlich stürmisch ist es am Mittwoch bei der Kinder-Uni, einer gemeinsamen Veranstaltung der Universität Rostock und der OSTSEE-ZEITUNG, zugegangen. Denn da erklärte Michael Beyer vom Institut für Physik, welche Kraft Wind haben kann, und beantwortete am Ende die Frage „Wie macht die Windmühle Strom?“.

Mit zahlreichen Experimenten im Gepäck – sogar einem menschengroßen Windrad und einer Windkanone – hielt Beyer im Audimax vor Hunderten kleinen Wissenschaftlern die zweite Vorlesung in diesem Semester. Und das Thema ist aktueller denn je, fegte doch gerade der Sturm „Christian“ über die Rostocker hinweg. „Früher dachten die Menschen noch, dass die Windgötter für Stürme verantwortlich sind. Heute wissen wir, es ist die Sonne“, so Beyer. Denn die Glut erhitze den Globus, und die warme Luft steigt auf.

Dass dabei auch ein Widerstand entstehen kann, erfuhren die Kinder am Beispiel von Windmühlen. Als erstes hätten das übrigens die Perser erkannt, denn die bauten schon im 7. Jahrhundert die erste Windmühle. Erst viel später erkannten die Europäer den Nutzen: Im 19. Jahrhundert gab es in Frankreich, England, Deutschland, den Niederlanden und Finnland bis zu 60 000 Windmühlen. Am meisten aber beeindruckte die kleinen Nachwuchsstudenten ein Experiment mit der Windkanone. Ein Ball wurde in die Luft gepustet und landete anschließend wieder auf der Kanone – ohne dabei herunterzufallen. „Ist das Zauberei?“ wurde sich in den Reihen gefragt. Die Antwort bekamen die Kinder schnell. „Der Wind erzeugt ein Vakuum, und dieses hält den Ball gefangen“, so Beyer.

„Und der Wind kann auch Wasser anziehen.“ Für diejenigen, die das nicht glauben konnten, hatte  Beyer schon gleich das nächste Experiment geplant. So ließ er Wind über gleiche Wasserröhrchen hinwegsausen. Das Wasser bewegte sich zum Wind. „Jetzt wisst ihr auch, wie Wellen entstehen. Wind ist wie ein Kleber“, erklärte Beyer. Doch wie macht denn jetzt nun eine Windmühle Strom? Um das zu erklären, benötigte Beyer seine mitgebrachten Windräder. Denn diese würden die Bewegungsenergie des Windes auf die Rotorblätter übertragen. Dadurch wird der Rotor, der sich in der Anlage befindet, in eine Drehbewegung versetzt – ähnlich wie bei einem Fahrraddynamo. Diese Rotationsenergie leitet der Rotor an einen Generator weiter, welcher daraus elektrischen Strom erzeugt. „Und dann leuchtet die Lampe“, sagt Beyer und zeigt auf die kleine Glühbirne am Windrad.

 

Der Kinder-Reporter der OZ berichtet

Bei jeder Kinder-Uni darf auch ein Kind über das Erlebte berichten. Diesmal übernimmt Niclas Peters (12) vom Schulcampus Evershagen diese Aufgabe: „Die erste Windmühle wurde von Persern gebaut. Dass Wind so stark sein kann, ist echt unglaublich. Daniel Bernoulli hat viele Sachen, die mit Wind zu tun haben, entdeckt. Bei einem Experiment wurde ein Ball von der Luft nach oben befördert, das war irgendwie cool. Es gibt Windmühlen die elektrisch und welche, die mit Luft betrieben werden. Das längste Rotorblatt ist 83,5 Meter lang.“



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