Kinder-Uni lässt Antike im Hörsaal wieder aufleben

Wytse Keulen vom Institut für Altertumswissenschaften an der Universität Rostock gibt Einblicke in die Tischsitten der Römer und Griechen.

Kröpeliner-Tor-Vorstadt – Was haben die alten Griechen und Römer gegessen? Welche Tischsitten hatten sie? Diese Fragen beantwortet Altertumswissenschaftler Wytse Keulen am 29. April um 15 Uhr in der Kinder-Universität, die von der OSTSEE-ZEITUNG und der Universität Rostock veranstaltet wird. Die zweite Vorlesung im Sommersemester im Audimax, Ulmenstraße 69, heißt „Die Griechen und Römer bitten zu Tisch!“.

„Ich werde den Kindern vor allem etwas über das Essen und Trinken der Römer erzählen“, sagt Wytse Keulen, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Heinrich-Schliemann-Institut für Altertumswissenschaften. Dafür hat sich der 46-Jährige eine Menge einfallen lassen und eine anschauliche Präsentation mit vielen farbenfrohen Bildern vorbereitet. Ein wichtiger Faktor: Die Römer haben viel von den Griechen übernommen.

„Die Essgewohnheiten der hohen gebildeten Römer sind von den Griechen beeinflusst worden“, erzählt Keulen. Gespeist habe man in einem prunkvollen Saal. Damit wollte der Gastgeber demonstrieren, wie gebildet und reich er war. „Zur Veranschaulichung zeige ich verschiedene Mosaiken, unter anderem aus einem Speisesaal“, sagt der 46-Jährige. Eine besonders große Rolle während seiner 45-minütigen Vorlesung spielen die Tischsitten. „Am Tisch waren nur Männer, die auf drei Liegen verteilt lagen“, berichtet Keulen. Auf den Tisch kamen neben Gemüse Fleisch, Fisch und Eier. Fisch sei dabei sehr gefragt gewesen, er stand für Wohlstand.

Neben Tischsitten und Speisen werden die Kinder den Römer „Scauros“ kennenlernen, der durch seine Handelsgeschäfte reichlich Geld hatte. „Unter den Römern gab es viele, die durch Handel reich geworden sind“, sagt der Wissenschaftler. Während die Reichen im kleinen Kreis ihr Mahl zu sich nahmen, gab es für die einfachen Bürger in der Antike sogenannte Gaststätten. „In Pompeji hat man aus der Zeit ein Restaurant gefunden“, erläutert Keulen. Das gesellschaftliche Beisammensein, sei sehr wichtig bei den Römern gewesen: „In Rom war der Tisch der Ort, wo man sich darstellte.“

Während seiner Vorlesung wird Keulen die Antike wieder aufleben lassen. Ein Höhepunkt: Als Überraschungsgast wird Asterix vorbeischauen. „Am Ende wird es für die Kinder auch noch was zum Kosten geben“, verrät Keulen. Für den 46-Jährigen ist es das erste Mal, dass er an der Rostocker Kinder-Uni eine Vorlesung hält. „Als ich gefragt wurde, habe ich sofort ja gesagt“, so Keulen. Obwohl er schon viele Vorträge gehalten habe, sei er ein wenig aufgeregt.



files/kinderuni_themes/photos/oz-artikel/keulen.png
Der Altertumswissenschaftler Wytse Keulen (46) wird den Kindern etwas von den Tischsitten der Römer erzählen.



Zurück