Kinder-Uni: Professor packt den Klebstoff aus

Bei der dritten Vorlesung am 27. Mai experimentiert der Chemiker Udo Kragl mit allem, was haftet.

Südstadt – Es wird klebrig und glibberig: Kommenden Mittwoch um 15 Uhr geht die Kinder-Uni in die nächste Runde und dieses Mal geht es um Klebe. Bei der gemeinsamen Veranstaltung der OSTSEE-ZEITUNG und der Universität Rostock experimentiert Chemie-Professor Udo Kragl mit allem, was haftet.

Ohne Kleber hält keine Tapete an der Wand, kein Pflaster auf der Haut und kein Absatz am Schuh. Das weiß wahrscheinlich jedes Kind. Auch in der Flugzeug-, Automobil- und Baubranche ist der Stoff heute unentbehrlich. Das wissen vor allem die Erwachsenen. Aber um die Jüngsten geht es bei der Kinder-Uni. Und deshalb wird Professor Udo Kragl mit einfachen Worten und in Bildern erzählen, wie und warum Klebe funktioniert.

Der Wissenschaftler ist an der Uni zuständig für die Technische Chemie. Da forscht er zum Beispiel mit seinen Mitarbeitern über die Bestandteile von Klebstoff. Er ist also ein Klebstoff-Experte und kann am 27. Mai genau zeigen, was die Unterschiede zwischen verschiedenen Klebern sind. Es wird außerdem süß, denn auch den Honig nimmt er unter die Lupe.

Die kleinen Besucher dürfen gespannt sein, denn es wird Experimente mit Gewichten geben. Sogar Wasserpistolen kommen zum Einsatz, verspricht er. Denn wer weiß schon, dass auch Wasser unter bestimmten Bedingungen klebt? Oder warum man Klebestreifen von der Rolle abziehen kann und der Streifen erst dann klebt? Und was verbirgt sich hinter einem Alleskleber? Auch die Natur kennt Klebstoffe, zum Beispiel das Spinnennetz oder bei Muscheln. All das wird Udo Kragl im „Audimax“ besprechen.

Der Chemiker hat dieses Thema gewählt, weil es mit dem direkten Alltag der kleinen Studenten zu tun hat. „Jeder kennt Honig, Kaugummi oder den Prittstift“, sagt der 54-Jährige, der bereits 2008 mit dem Thema an der Kinder-Uni teilnahm. Seitdem gebe es einiges Neues zu berichten. So werde in einigen Branchen heutzutage viel mehr geklebt als früher. Zu sehr theoretisch – und damit langweilig für die kleinen Zuhörer – werde es aber nicht. „Es wird nicht um chemische Details gehen.“ Trotzdem ist er überzeugt: Auch bei den erwachsenen Begleitern wird er für Aha-Effekte sorgen.

Vorlesungen für Kinder zu geben, mache ihm großen Spaß. „Es ist was anderes, den Stoff mal nicht bitterernst aufzubereiten“, sagt Kragl.

 

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Professor Udo Kragl vom Institut für Chemie erklärt, warum Klebstoff klebt und woraus er besteht.

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