Kinder-Uni: Rostocks größtes Haus passt unter den Eiffelturm

Architekt Claus Sesselmann erklärt, was Häuser und Natur gemeinsam haben

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Wie hoch ist das höchste Gebäude der Welt? Ab wann wird ein Haus als Wolkenkratzer bezeichnet und was haben ein Hochhaus und ein Getreidehalm gemeinsam? Gestern Nachmittag wurde es wieder voll im Rostocker Hörsaal Audimax. Architekt Claus Sesselmann erklärte im Rahmen der Kinder-Uni, welchen Beitrag die Natur zur Architektur leistet.

Gespannt verfolgten rund 300 Kinder den Vortrag. Besonders faszinierend: der Vergleich verschiedener Hochhäuser der Welt. Die größten Gebäude Rostocks würden locker Platz unter dem Eiffelturm in Paris finden. Das weltgrößte Haus steht in Dubai und erreicht eine Höhe von 826 Metern. In einem Schaubild zeigt Sesselmann, wie klein die sonst so großen Häuser in New York und auch Paris neben dem Koloss aussehen.

„Das war sehr spannend zu sehen“, erzählt die sechsjährige Odelie. Sie war erst vor kurzem in Las Vegas und San Francisco, wo sie einige riesige Gebäude zusammen mit ihrer Familie besichtigt hat. Dass es aber noch weitaus größere Häuser gibt, bringt sie zum Staunen.

Auch Caroline hat der Vortrag des Architekten gefallen. Sie kommt mit ihrer Familie öfter zur Kinder-Uni, um Neues zu lernen. „Ich bin gern hier und habe heute viel gelernt“, erklärt die Siebenjährige. Besonders schön fand sie die Bilder der unterschiedlichen Wolkenkratzer. In Rostock würde man solche großen Häuser schließlich nicht zu sehen bekommen. Beim nächsten Vortrag möchte sie auch wieder dabei sein.

Paul besucht bereits die dritte Klasse und weiß schon einiges über Hochhäuser. Darum hat er bereits viel Vorwissen mitgebracht und hatte hohe Erwartungen an den Redner. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir etwas über das größte Haus in Deutschland erfahren“, sagt der Achtjährige ein wenig betrübt. Spannend fand er jedoch, dass Hochhäuser nicht nur aus Platzmangel gebaut werden, sondern um Reichtum auszudrücken. Auch Paul ist bereits öfter bei Veranstaltungen der Kinder-Uni gewesen. Er besucht die Vorlesungen fleißig, um sein Stempelheft zu füllen.

Claus Sesselmann selbst ist zufrieden: „Ich hoffe,ich habe den Kindern in einfachen Worten erklären können, wie viel Natur in einem Gebäude steckt und was es braucht, um ein Hochhaus zu bauen.“ Wichtig war es ihm anschauliche und Lebensnahe Beispiele anzubringen. Grashalme und auch Palmen zeigen, dass der Mensch vieles von der Natur lernen kann. Beide wachsen in die Höhe und müssen einen schweren Kopf tragen. So auch Hochhäuser. „Es ist immer wieder spannend zu sehen, wie interessiert die Kinder an dem Thema sind“, erzählt Sesselmann. Er referiert öfter an Schulen und ist froh, dass auch diesmal eine rege Beteiligung vonseiten der Kinder herrschte. Am Ende der Vorlesung konnten die Jungen und Mädchen noch eigene Fragen stellen. Da zeigte sich, dass großes Interesse am Thema bestand.

(Text: Susanne Gidzinski Foto: Ove Arscholl)

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