Kinder-Uni startet mit tierischen Patienten

Zwei Rostocker Tierärzte eröffnen das Sommersemester und beantworten die Frage, ob Hunde auch einen Gips brauchen.

Kröpeliner-Tor-Vorstadt – Das Sommersemester der Kinder-Uni beginnt, und dafür wird sich der Hörsaal im Audimax in einen kleinen OP-Saal verwandeln. Bei der Aktion der OSTSEE-ZEITUNG und der Universität Rostock werden zum Auftakt der Vorlesungszeit die beiden Tierärzte Jens-Christian Rudnick und Enno Bartolomaeus für 45 Minuten zu Dozenten und erzählen den kleinen Nachwuchsstudenten alles über Wehwehchen bei Vierbeinern. „Wir bringen auch zwei Patienten mit“, verrät Bartolomaeus. Und: Die kleine Zuhörer dürfen sich selbst als Tierarzt versuchen.

„Tragen Hunde auch Gips?“ – Das ist die Frage, die geklärt werden soll. Früher, vor 30 Jahren, hat es das sicherlich noch gegeben, verrät Bartolomaeus. Doch heute sieht man kaum noch einen Pfiffi oder Bello mit Gips herumlaufen. Dennoch: Auch die Hundeknochen können brechen. „Genauso wie beim Menschen. Und dann muss der Hund zu uns in die Tierklinik.“ Als Spezialist für Chirurgie weiß Bartolomaeus dann, was zu tun ist. Ob mit Metallplatten oder einfachen Verbänden – Hundeknochen müssen zum Heilen stabilisiert werden. Wie das geht, wollen die Tierärzte mit Röntgenaufnahmen und an zwei tierischen Patienten zeigen. Die Hündinnen Laika und Lillifee kommen dafür extra in den Hörsaal. Besitzerin Anne Holzendorf versichert: „Die beiden sind ganz lieb und haben schon viel Erfahrungen mit Ärzten“. Holzendorf selbst arbeitet seit zehn Jahren als tiermedizinische Fachangestellte in der Rostocker Tierklinik. Der wohl spannendste Moment: „Einige Kinder sollen selbst einmal versuchen, einen Verband
beim Tier anzulegen.“

Am häufigsten brechen Tierknochen übrigens bei Unfällen, wenn zum Beispiel ein Hund von einem Auto angefahren wird, erklärt Arzt Bartolomaeus. Jeden Tag hat der Tierdoktor vierbeinige Patienten vor sich, von der kleinen Maus bis hin zur großen Dogge. Auch ein Panther und ein Eisbär lagen schon auf seinem OP-Tisch. „Aber das passiert natürlich nicht täglich“, sagt Bartolomaeus. Aber auch Zootiere müssen mal zum Arzt.

Vier bis sechs Monate bräuchte ein Hundeknochen, bis der Bruch verheilt ist. Und weil Tiere nun einmal nicht sprechen können, müssen die Besitzer den Vierbeinern helfen, wieder fit zu werden, betont der Tierarzt. Auch das soll Teil der Vorlesung sein: den Kindern erklären, wie sie erkennen, dass es ihrem Hund nicht gut geht. „Manche schlafen dann sehr viel, essen kaum noch was oder haben einfach keine Lust mehr zu spielen“, sagt Bartolomaeus. „Wenn Tiere krank sind, müssen sie sich erholen, sonst haben sie Schmerzen.“ Eben wie beim Menschen.

 

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Hündin Laika hat von Tierarzt Enno Bartolomaeus und Tierpflegerin Anne Holzendorf einen Verband bekommen - nur zur Übungszwecken. Laika wird auch bei der Kinder-Uni zu Gast sein. (Foto: Ove Arscholl)

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