Kinder-Uni: Viel Wolle und lautes „Mäh“

Bei der Aktion von Uni und OZ wurde das Thema „Schafe und die vier Jahreszeiten“ sehr anschaulich behandelt.

Kröpeliner-Tor-Vorstadt – Solche Geräusche gibt’s sonst nicht im Hörsaal: Bei der Kinder-Uni am Mittwochnachmittag im Audimax übertönt zunächst lautes „Mäh“ die Stimme des Professors. Passend zu seinem Thema „Das Schaf und die vier Jahreszeiten“ hat Elmar Mohr vier echte Exemplare mit dabei: Mama Schaf und ihre 70 Tage alten Drillinge. „Alles Jungs“, sagt Sven Grumbach, der den Professor unterstützt, weil er sich als Zuchtleiter vom Landesschaf und -ziegenzuchtverband in Karow (Plau am See) richtig gut auskennt mit den niedlichen Wollknäueln.

Die erste Aufregung legt sich bei den Lämmern. Sie müssen sich ja immerhin an ganz schön viele kleine Zuschauer mit ihren Eltern, Omas, Opas und Lehrern gewöhnen. Elmar Mohr, Professor für Tiergesundheit und Tierschutz, erklärt den Kindern, dass die Lämmer stets im Frühjahr geboren werden. „Sie können dann ganz viel gesundes, grünes Gras fressen.“ Sven Grumbach breitet auf dem Tisch gleich mal einen riesigen Haufen Grün aus. Denn die Mutter kann an nur einem Tag ganz schön viel verdrücken. Sehr zum Erstaunen von Kinder-Uni-Besucher Ferenc Grenzer. „Das hätte ich ja gar nicht gedacht“, sagt der Achtjährige staunend. Interessant habe der Dummerstorfer zudem gefunden, dass Schafe fünf verschiedene Mägen haben. Sie müssen auch alles zweimal kauen, weil sie Wiederkäuer sind, erklärt Mohr den Kindern, die größtenteils im Alter von sechs bis zwölf Jahren sind.

Ein bisschen Angst vor den Tieren mit den teils großen langen oder auch gekringelten Hörnern hat die siebenjährige Ronja Kohn. „Ich glaube, ich werde sie nachher nicht streicheln“, meint die Rostockerin. Spannend sei es aber gewesen zu sehen, wie lang so ein Wollfaden ist, der für eine einzige Wollsocke verarbeitet wird. Um dieses Ausmaß zu verdeutlichen, holen Grumbach und Mohr mehrere Kinder nach vorn. Zwei Wollknäuel hält Grumbach in der Hand. Jede der beiden Kindergruppen bekommt jeweils von einem kleinen Helfer den Faden um den Körper gewickelt.

Wie aus dem Wollbüschel nach der Rasur – die Schafe werden gewöhnlich im Herbst geschoren, da sie im Sommer nicht schwitzen, weil sie hecheln – ein ordentlicher Faden zum Stricken entsteht, zeigt Ingrid an einem Spinnrad. „Das ist aber noch eine alte Methode“, erklärt sie den Zuschauern. Sie müsste, wie früher üblich, sehr lange spinnen, um genug Faden für Wollpullis und Co. zu bekommen. Heute übernehmen das Maschinen, wie Sven Grumbach und Elmar Mohr in einem kleinen Filmeinspieler zeigen. Ganz ratzfatz.

 

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Zuchtleiter Sven Grumbach, als Schäfer verkleidet, erklärt an einem 70 Tage alten Lamm, was es in den Jahreszeiten so erlebt. (Foto: Ove Ascholl)





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