Kinder-Uni will den Heimatplaneten von E.T. finden

Diplom-Physiker Andreas Becker erklärt am Teleskop die Welt der Himmelskörper.

Rostock(OZ) - Schon als kleiner Junge hat sich Andreas Becker gern den Jupiter mit seinen Monden durch sein Teleskop angeguckt. „Das war ein schönes Weihnachtsgeschenk“, erinnert er sich. Und noch heute betrachtet er oft den Sternenhimmel — nicht mehr nur, weil er ihn wunderschön findet, sondern weil es nun auch sein Job ist. Denn er ist Astrophysiker und erforscht das Innere von weit entfernten Planeten. „Aber in Rostock kann man nicht gut in den Himmel gucken“, bedauert der 27-Jährige. Denn in der Stadt sei es zu warm und zu hell — dann flimmert das Bild im Teleskop.

„Am besten ist eine klirrekalte Nacht im Winter auf dem dunklen Land“, sagt er.

Passend zur frostigen Himmelsforschung dreht sich die dritte Kinder-Uni im aktuellen Wintersemester, organisiert von Universität Rostock und OSTSEE-ZEITUNG, daher auch um die Planeten. Oder drehen sich die Himmelskörper um uns? Wie findet man eigentlich am besten neue Planeten? Und von welchem stammt E.T.? All diese Fragen gilt es in den 45 Minuten am kommenden Mittwoch, 15 Uhr, im großen Hörsaal der Uni Rostock, dem Audimax, zu beantworten.

Für den angehenden Lehrer eine ungewohnte Situation. „Ich habe noch nie vor 300 bis 500 Leuten geredet“, verrät Andreas Becker. Aber er freue sich schon den Kindern die „beeindruckende Welt“

außerhalb unserer Welt erklären zu können. Dafür hat er sich auch schon ein sehr großes und ziemlich schweres Teleskop besorgt. „Das ist die Transitmethode, die wird oft benutzt, um Exoplaneten zu finden“, sagt er. Was für eine Methode, um welche Planeten zu finden? „Ein extrasolarer Planet, kurz Exoplanet, ist ein Planet außerhalb unseres Sonnensystems“, erklärt der baldige Kinder-Uni-Professor ruhig. Und mit der Transitmethode suche man nach Planeten, die sich kurz mal vor ihren Mutterplaneten schieben und ihn dabei abdunkeln. „Das kann man nämlich messen und hilft uns Exoplaneten überhaupt zu finden“, erklärt Becker. Wie das dann genau aussieht, will er den Besuchern der Kinder-Uni mit Hilfe des Teleskops, einer Lampe und Knete-Planeten zeigen. Das hat er auch schon fleißig geübt. „Und bei der Generalprobe hat das Experiment geklappt“, verkündet er stolz.

Das ist wichtig, weiß Andreas Becker. Immerhin will er mit den Kindern am Mittwoch den Planeten finden, auf dem der Außerirdische E.T. zuhause ist. „Und dafür müssen wir erst mal wissen, was ein Planet überhaupt können muss, damit Leben auf ihm möglich ist. Das werde ich mir von den Kindern sagen lassen. Ich bin sehr gespannt, was sie mir wohl so zurufen und ob eine Playstation auch zum Leben notwendig ist.“

Denn im Grunde seien ja alle Forschungen der Physiker und Astronomen nur allein dazu da, um zu gucken, ob es irgendwo einen bewohnbaren Planeten und Leben außerhalb der Erde gibt. Tja, wenn die Wissenschaft doch nur so einfach wäre . . .

Kinder-Uni zum Thema „Woher kommt E.T.?“ am Mittwoch, den 21. November, 15 Uhr, im Audimax, Ulmenstraße 69.


Außerirdischer Erfolg

1982 kam der Film über E.T. — eine Abkürzung für extra-terrestrial, zu deutsch Außerirdischer — in die Kinos. Das Oscar-prämierte Meisterwerk von Steven Spielberg verursachte Produktionskosten von gut zehn Millionen Dollar. Dafür nahm der Science-Fiction-Film weltweit 800 Millionen ein.

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