Kinderuni: Lernen mit Laserkanonen

In seiner Vorlesung für Schüler schoss der Physiker Alexander Szameit mit Lichtstrahlen auf Luftballons und ließ einen Schaumkuss wachsen.

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Wie erschaffe ich ein Hologramm? Und warum bläht sich ein Schaumkuss in einem luftleeren Gefäß eigentlich auf? Fragen wie diese standen gestern bei der Kinderuni im Rostocker Audimax im Fokus. In ihrer Vorlesung „Von Lichtschwertern und Laserblitzen – Science Fiction und Physik“ brachten Prof. Alexander Szameit und Sebastian Weidemann zahlreichen Grundschülern aus Rostock und Umgebung die Grundlagen der Physik bei.

Dabei setzten die beiden Wissenschaftler so manche Hilfsmittel und Experimente ein, die bei den Schülern Staunen hervorriefen. So brachten die beiden zum Beispiel mit ihrer Laserkanone Luftballons zum Platzen. Das Besondere: Der grüne Lichtstrahl zerstörte nicht den gleichfarbigen Ballon, ein roter ging dagegen schnell kaputt. Der Grund liegt in der Lichtbrechung, erklärte Szameit. „Das grüne Licht geht einfach durch den grünen Ballon durch, er sieht den Strahl gar nicht“, erläuterte der Wissenschaftler. Viel Applaus gab es auch für den Schaumkuss, dem in einem Glasgefäß jegliche Luftzufuhr entzogen wurde und der sich dadurch auseinanderdehnte.

Der Höhepunkt kam aber zum Schluss: Szameit und Weidemann zeigten den Kindern ihre „Lichtschwerter“, wie sie aus der Filmreihe „Star Wars“ bekannt sind. Die Wissenschaftler nutzten einige Szenen aus den Filmen, um ihre Themen anschaulich zu machen.

Für die kindgerechte Vorlesung gab es am Ende viel Applaus, Kinder und Eltern zeigten sich gleichermaßen begeistert. „Das mit den Laserschwertern hat mir am besten gefallen“, sagte der siebenjährige Onno Weidner. Seine Mutter Christin Raths pflichtete seinem Enthusiasmus bei: „Ich war schon oft mit in der Kinderuni und muss sagen, die beiden haben das ganz toll aufgebaut. Die Experimente waren witzig und anschaulich, und auch die Abwechslung durch die eingespielten Videos hat mir gut gefallen.“ Die neunjährige Maria Ix ist generell von der Kinderuni überzeugt. „Ich finde es gut, dass man hier immer etwas für sich mitnehmen kann“, sagte sie.

Einige Kinder hatten noch vor der Kinderuni einen spannenden Termin: Sie durften dabei sein, als Vertreter der Rostocker Straßenbahn AG und der Universität dem Toitenwinkler Verein Fischkutter 250 Fahrkarten übergaben, damit die dort betreuten Kinder auch immer bei der Kinderuni dabei sein können. Der Gedanke kam auf bei der Spendenaktion, die zur Weihnachtsvorlesung im vergangenen Jahr angestoßen wurde, erzählt Wiebke Loseries vom Verein Rostock denkt 365 Grad. Im Anschluss an die Übergabe des symbolischen Fahrscheins ging es von Toitenwinkel direkt zum Audimax.

Nach der Vorlesung der Physiker konnten sich die Kinder noch ein eigenes Hologramm-Bauset für zu Hause mitnehmen. Darüber freuten sich nicht nur die Kleinen. Die Begeisterung einiger Eltern war so ausgeprägt, dass sie sich mit Alexander Szameit ins Gespräch vertieften, um über die gezeigten Experimente zu diskutieren.

(Text & Foto: Christina Milbrandt)

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