Kleine Studenten machen eine Riesenentdeckung

Nach 45 spannenden Vorlesungsminuten zu Planeten und Teleskopen ist den Besuchern der gestrigen Kinder-Uni endlich klar, woher E.T. kommt.

Kröpeliner-Tor-Vorstadt(OZ) - Kaum dass Jannik (8) zum Kinder-Reporter der Kinder-Uni erkoren ist, wird das Audimax auch schon dunkel und auf der großen Leinwand sagt ein eierköpfiger Außerirdischer: „E.T. nach Hause telefonieren.“ „Ganz schön dunkel zum Schreiben“, bemerkt Jannik, notiert aber trotzdem tapfer und laut mitlesend das Thema der Vorlesung: „Woher kommt E.T:?“ Denn die Frage möchte Andreas Becker vom Institut für Physik beantworten.

Dafür muss er aber erst einmal erklären, wie weit die anderen Planeten eigentlich von der Sonne weg sind. Mit einer großen runden Wohnzimmerlampe, der Sonne, und kleinen Knetekugeln, den Planeten, die weit im Raum verteilt werden, werden die Dimensionen schnell klar. Die Planeten gibt es aber auch noch mal ganz dicht herangezoomt auf der Leinwand zu sehen. Der orange-rote Mars scheint den kleinen Studenten schon gut bekannt, laute „Oh“- Rufe erntet hingegen der Jupiter. „Der sieht ja aus, als ob da einer immer Cola und Wasser aufeinander geschichtet hätte“, meint Jannik ganz cool.

Doch die nächste Information über Exoplaneten, also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, kann sogar ihn überraschen. „Was denkt ihr denn, wie viele Exoplaneten mittlerweile bekannt sind?“, fragt Kinder-Uni-Dozent Andreas Becker. „10!“, „3!“ und „15!“ lauten die zugerufenen Vorschläge. „Mmh, kann jemand mehr bieten?“, fragt der Experte weiter. Klar können die Jungakademiker das und rufen prompt: „Unendlich!“ „Tja, so viele wird‘s wohl geben . . . aber wie viele davon kennen wir?“, hakt Becker nach. „17“ kommt die nun zögerliche Antwort. Wieder falsch.

Aber dafür gibt‘s endlich die Auflösung: „851 sind entdeckt worden, seitdem 1995 der erste gefunden wurde“, verrät Andreas Becker seinem verblüfften Publikum, bevor er genau erklärt, mit welchen Geräten und Techniken man Planeten eigentlich am besten aufspüren kann.

Und wenn man erst mal einen gefunden hat, dann kann man gucken, ob darauf Leben möglich ist. Was man dafür braucht, wissen die Kinder natürlich. „Luft!“, „Atmosphäre!“, „Wasser!“ und „Essen!“ sagen sie. Schwerkraft und Wärme ergänzt Andreas Becker dann noch. Und natürlich hat er sich gut auf seine Vorlesung vorbereitet und schon einen Planeten gefunden, der das alles kann. Kepler 22b heißt der Planet. „Ja, Wissenschaftler sind nicht so gut im Namen geben“, gibt er zu, ergänzt dann allerdings wieder erfreut: „Aber von da könnte E.T. kommen!“

Der Außerirdische aus dem gleichnamigen Film hatte es besonders Kinder-Uni-Besucher Till Georg angetan. „Das hat mir am besten gefallen. Aber ich habe auch sehr viel über Teleskope gelernt“, sagt der Siebenjährige stolz. „Ich bin auch immer wieder erstaunt, was es alles so gibt“, pflichtet ihm Freund Konstantin (10) bei, der schon seit vier Jahren das Wissen aus allen Kinder-Uni-Vorlesungen im Hinterkopf abspeichert. Lea (7) hingegen war das erste Mal dabei und hat am Ende nur noch eine Frage: „Ich möchte gern wissen, wie man das alles wissen kann . . .“

 

Kinder-Reporter
 
Zu jeder Vorlesung in diesem Kinder-Uni-Semester darf auch ein Kinder-Reporter berichten. Diesmal hat Jannik Schönberner (8) aus Rostock seine Erkenntnisse aufgeschrieben: „Die Sonne ist größer als die Erde. Jupiter ist zehn Mal so groß wie die Erde. Der Planet GJ 1214 b ist sieben Mal so schwer wie die Erde und zwei Mal so groß. Wie misst man Exoplaneten? Mit der Transitmethode. Um so größer ein Planet ist, um so mehr dunkelt er die Sonne ab.“

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