Kühlungsborner Meteorologe sucht noch Fans

Insgesamt neun Jahre hat Ronald Eixmann den Himmel studiert. Deshalb kann er morgen bei der Kinder-Uni erklären, warum dieser blau ist.

Rostock (OZ) Auch wenn er sich täglich rund zehn Stunden mit dem Wetter beschäftigt, kann Ronald Eixmann den Blick in einen blauen Himmel noch genießen. „Das habe ich nicht verlernt“, sagt der 44-Jährige stolz. Er habe sogar noch viel dazu gelernt. Und so ist es auch kein Problem für ihn, morgen die Frage zu beantworten, warum der Himmel blau ist. Denn ab 16 Uhr wird der Diplom-Meteorologe für 45 Minuten zum Professor der Kinder-Uni.
Etwas Erfahrung im Unterrichten hat Ronald Eixmann schon. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit am Kühlungsborner Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik und seinem Job in der Kühlungsborner Seewetterstation trifft er auch täglich auf Schüler. „Mit einem Projekt am Schulzentrum Kühlungsborn möchte ich Jugendliche berufsvorbereitend an Naturwissenschaften heranführen“, erklärt er. Dabei seien die Gruppen aber immer recht klein.

In einem so großen Hörsaal zu sprechen, sei daher eine ganz neue, aber spannende Herausforderung. „Die Vorlesung wird ein Experiment für mich“, sagt Eixmann, der noch emsig an seinem Vortrag arbeitet. „Ich muss noch mal in mich gehen, damit es unterhaltsame 45 Minuten werden — denn schlechte Vorträge habe ich selbst schon genug gehört“, verrät der Kühlungsborner. Seine Vorlesung solle anschaulich werden — auch aus der letzten Reihe — und viel Wissen vermitteln. „Mal schauen, was mir noch einfällt — Spontanität ist ja mein zweiter Vorname“, scherzt Eixmann.

Doch etwas mulmig ist ihm wohl doch — denn seine Kinder konnte er bisher noch nicht mit Meteorologie-Weisheiten beeindrucken. „Eine eigene Fangemeinde habe ich wirklich nicht zu Hause — meine Tochter interessiert sich gar nicht dafür und mein Sohn für alles — ich könnte auch Bahnfahrer sein. Aber das ist schon in Ordnung“, sagt Eixmann. Denn das sei eben sein Steckenpferd.

Und zwar schon seit frühester Kindheit. „Geophysische Phänomene haben mich immer interessiert. Etwa, warum es mal ganz doll aus den Wolken regnet und dann mal wieder gar nicht.“ Mit 25 Jahren habe er sich wieder daran erinnert und dachte: „Wenn ich schon studiere, dann wenigstens etwas, auf das ich Lust habe.“ Und so begann Ronald Eixmann sein fünfjähriges Physikstudium mit dem Schwerpunkt der Atmosphärenphysik.

„Vielleicht sind unter den Zuhörern am Mittwoch ja auch zwei, die das mal machen werden“, hofft der Diplom-Meteorologe.

(Text: Anne Kubik)

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