Chor bringt Glücksrezept ins Audimax

Mit den Sängern von „Celebrate“ startet die Kinder-Uni lautstark ins neue Semester.

Rostock (OZ) - Gegen Traurigkeit kennt Ariane Tripschu (30) ein richtig gutes Rezept. Es kostet nichts, hat keine Nebenwirkungen und hilft sofort: Singen. „Das lässt die Gefühle raus und macht einfach glücklich“, sagt die Ergotherapeutin und lacht. Und sie muss es wissen, denn sie sorgt seit Jahren gewissermaßen für regelmäßigen Glücksnachschub — bei Proben und Konzerten mit ihrem Chor „Celebrate“.
Fast 80 Frauen und Männer singen dort mit, die meisten sind Studenten. Weshalb sie genau die richtigen Experten sind, um den jüngsten Nachwuchsstudenten zum Auftakt des neuen Kinder-Uni-Semesters am kommenden Mittwoch die spannende Frage zu beantworten, warum Singen so viel Spaß macht. Dass das so ist, wissen viele Kinder längst. Auch die zweieinhalbjährige Tochter von Ariane Tripschu. Der Bi-Ba-Butzemann sei in deren Hitliste gerade weit oben, erzählt die Mutter. „Aber manchmal müssen wir auch noch Oh Tannebaum singen, weil ihr das so gut gefällt.“ Dass Weihnachten schon ein bisschen zurückliegt, darf da nicht stören. Hauptsache, es macht Spaß.

Und daran würde zumindest in Ariane Tripschus Familie niemand zweifeln. Ihre Eltern singen im Chor, sie fing als Kind damit an. Und als Sechsjährige soll sie — so erzählt es ihre Mutter — ihr damaliges Lieblingslied sogar mal im Schlaf gesungen haben. „Aber welches das war, weiß ich nicht mehr“, sagt Ariane Tripschu und lacht.

Für die Chorsänger an der Uni gehört der Spaß an der Musik sogar zu ihren goldenen Regeln. Deshalb dürfe bei „Celebrate“ auch jeder mitmachen, erklärt Ariane Tripschu. Und zwar ohne vorzusingen.

„Wenn einer noch nicht so gut ist, helfen wir.“ Das sei ja überhaupt mit das Beste an einem Chor: „Dass man gemeinsam singen kann.“ Und wenn einer mal Text oder Ton vergessen hat, macht er einfach eine kleine Lippenpause. Streng in Reih und Glied stehen muss bei „Celebrate“ auch niemand. Schließlich ist es viel schöner zu tanzen, wenn die Musik danach ist. Pünktlichkeit und Disziplin gehören allerdings zu den Regeln. Denn wenn bei 80 Leuten immer jemand zu spät kommt, macht das ja auch keinen Spaß.

Bei der Kinder-Uni werden nicht ganz so viele „Celebrate“-Sänger dabei sein. Aber selbstverständlich genug, um vielstimmig zu singen. Und wenn alle Studenten mitmachen, dürfte es im Audimax an der Ulmenstraße in Rostock ordentlich laut werden. Genau die richtige Vorlesung, um nach den Ferien das neue Semester angemessen zu begrüßen.

Die „Celebrate“-Sänger werden auch verraten, wie man mit der Stimme joggen kann, wie der Chorleiter aus vielen Sängern einen Klang formt oder wie man ohne irgendein Instrument viel Musik machen kann.

Und nicht nur das: Auch ein großes Gewitter will der Chor durch den Hörsaal jagen. Angst, vom Blitz getroffen zu werden, muss aber niemand haben.

Dafür können die Kinder die Theorie diesmal gleich in der Praxis erproben. Und das Glücksrezept von Ariane Tripschu lässt sich sogar mit nach Hause nehmen. Vielleicht lässt sich so auch der nächste Ärger in der Schule oder zu Hause einfach wegträllern.

(Text: Anne Schemann)

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