Reise in die Welt der Eisbären und Pinguine

Bei der Kinder-Uni erzählen Ulf Karsten und Julia Regnery morgen von ihrenForschungen im ewigen Eis / 16 kleine Zuhörer sollen dabei auch Einsatz zeigen

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Kinder, zieht euch warm an! Bei der nächsten Kinder-Uni von OSTSEE-ZEITUNG und Uni Rostock am Mittwoch begeben sich Ulf Karsten und Julia Regnery mit den kleinen Studenten auf eine Reise ins ewige Eis. Die Dozenten erzählen von ihren Expeditionen in eine Region, in der minus 35 Grad eine ganz normale Außentemperatur sind. „Nord- und Südpol – Kann man da eigentlich leben?“ heißt das Thema der zweiten Vorlesung in diesem Semester.

„Ja, man kann", beantwortet Ulf Karsten die Frage vorab. Der Meeresbiologe erforscht in der Nordpol-Region, der Arktis, die Tierwelt. „Zwischen dem Eis, unter dem Eis und darauf leben ganz verschiedene Arten. Der Krill, der zu den Krebsen gehört, ist sogar das wichtigste Tier auf der Welt“, sagt der 55-Jährige. Warum das so ist, erzählt der Forscher natürlich am Mittwoch. Seine Kollegin, die Chemikerin Julia Regnery, hat sogar mal 14 Monate am Stück in der Antarktis, also rund um den Südpol, verbracht. Trotz Schnee, Kälte und ohne Besuche aus der Heimat habe ihr das Überwintern viel Spaß gemacht. Die 33-Jährige bringt zur Kinder-Uni auch ein Video mit, in dem zu sehen ist, wie viele Lagen sie anziehen muss, um stundenlang draußen arbeiten zu können. „Zusätzlich mit dem Schneeanzug sehe ich dann aus wie ein Michelinmännchen“, sagt sie und lacht.

Aber wo liegen eigentlich diese Gebiete, in denen die Rostocker Dozenten arbeiten? Julia Regnery: „Die Antarktis ist ein richtiger Kontinent und liegt im Süden.“ Um zu ihrer Station zu gelangen, ist die Forscherin von Südafrika aus aufgebrochen. Gelandet ist sie mit einem normalen Flugzeug bei der russischen Station. Für alle weiteren Flüge innerhalb der Antarktis braucht das Flugzeug aber „Skier“, um landen zu können. Übrigens ist die Antarktis nicht nur unterhalb Südafrikas zu finden. Der eisige Kontinent erstreckt sich über die gesamte südliche Erdkugel. Auch Feuerland, die Insel vor Südamerika, gehört laut Ulf Karsten dazu. „Das ist auch der Teil, der vom Eisschmelzen bedroht ist“, erklärt er. Während sonst das Eis in der Antarktis noch wachse. „Deshalb muss die Station, in der ich überwintert habe, auch regelmäßig angehoben werden“, sagt Dozentin Regnery. So ähnlich wie mit einem Wagenheber beim Auto. 16 Kinder dürfen das bei der Vorlesung sogar mit Hilfe von Spritzen nachahmen.

Ulf Karsten startet zu seinen Arktis-Ausflügen von Deutschland aus in den Norden. Zum Beispiel nach Spitzbergen. „Das Eis in der Arktis ist anders als das, was wir aus dem Tiefkühlschrank kennen.“ Es ist nämlich gefrorenes Salzwasser. Seine Forschungsgebiete seien sehr stark vom Schmelzen der Eisplatten betroffen. „Den Tieren bricht damit ihr Lebensraum weg“, sagt Karsten. Ob er damit die Pinguine oder die Eisbären meint, verrät der Professor seinen kleinen Zuhörern im Hörsaal.

Neben dem Modell, an dem sich 16 Kinder ausprobieren dürfen, bringen Karsten und Regnery am Mittwoch auch Bilder vom Eisbrecher „Polarstern“ mit. Das ist ein Schiff, das zwischen den Polen hinund herpendelt, um die Forscher an den Stationen zu versorgen.

 

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Professor Ulf Karsten (55) vom Institut für Bio-Wissenschaften der Uni Rostock und Dr. Julia Regnery (33) zeigen das Modell der Antarktisstation „Neumayer 3“. In der Vorlesung zur Kinder-Uni spielt es eine große Rolle. (Foto: Jens Wagner)




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