Schiffe versenken im Audimax

Professor Robert Bronsart gestaltet am Mittwoch die nächste Vorlesung der Kinder-Uni

Südstadt. In der Albert-Einstein-Straße 2 klicken die Fahrradschlösser, Vorlesungsbeginn in fünf Minuten. Professor Robert Bronsart gehört zur Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik – wie die großen und kleinen Modellschiffe auf den Fluren. Bronsart unterrichtet jeden Mittwoch „Entwerfen von Schiffen“ in der Südstadt. Dann klärt der 62-Jährige Fragen zur Massen- und Auftriebsverteilung, zu Wasserlinien und Trägheitsmomenten. An den Experten hätten auch Rostocks Nachwuchsstudenten mal eine Frage: „Warum schwimmt ein Schiff?“ Bei der nächsten Kinder-Uni dreht sich alles um tonnenschwere Riesen und wissbegierige Leichtgewichte.

„Kinder erkennen, dass Schiffe sehr groß sind, schwer und aus Stahl gefertigt. Da liegt die Frage nahe, wie so ein Koloss überhaupt schwimmen kann“, setzt Bronsart mit einem Lächeln an. Wiebke Loseries von der Universität Rostock betreut und begleitet die Kinder-Uni gemeinsam mit der OSTSEE-ZEITUNG. Nach jeder Veranstaltung werte sie die ThemenWunschbox aus. Die Frage nach den Schiffen habe sich regelrecht angesammelt. „Damit haben wir nicht nur ein tolles Thema gefunden, wir stellen auch ein Berufsbild vor“, so Loseries.

In seiner interaktiven Vorlesung wird der Professor physikalische Gesetze erklären. Denn es gibt schließlich einen Grund dafür, dass Stahl im Wasser untergeht, Holz jedoch schwimmen kann. Aber nicht nur Theorie und Fachwissen werden den kleinen Studenten eine Antwort geben, auch der praktische Bezug sei für den Dozenten wichtig.

Deshalb stehen in der Fakultät schon zwei Wasserbecken, Knete und ein Modellschiff bereit, um zu proben und planen, für das Kentern, Schwimmen und Beladen. „So können wir veranschaulichen, was ein Schiff braucht, damit es schwimmen kann. Wir werden es beladen und sehen, was passiert“, verspricht Bronsart. Das Ergebnis und welche Rolle die Luft beim Schiffbau spielt, werden die Kinder am kommenden Mittwoch selbst sehen.

Dabei lernen sie nicht nur den Universitätsprofessor, sondern auch Archimedes kennen – natürlich nicht persönlich. Der wohl bekannteste griechische Mathematiker fand vor über 2000 Jahren heraus, warum Schiffe schwimmen.

„Es ist gar nicht so einfach, die Zusammenhänge für Kinder verständlich zu machen. Ich berate mich darüber mit meinem Team und habe auch mit Grundschullehrern gesprochen, was ein Kind in welchem Alter verstehen kann“, sagt der Professor.

Für Neugierde muss Bronsart wohl nicht sorgen, an einem Ort, wo im Sommer regelmäßig die großen Schiffe an- und ablegen und so viele Kinder danach gefragt haben, warum ein Schiff schwimmen kann.

(Text: Thomas Niebuhr, Foto: Ove Arscholl)

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