Semesterfinale der Kinder-Uni: Störche fliegen nicht zum Mond

Zugvögel waren das Thema der letzten Vorlesung / Rund 350 Kinder kamen

Kröpeliner-Tor-Vorstadt.

Zugvögel fliegen im Winter in den Süden. Das wissen die kleinen Studenten der Kinder-Uni schon lang. Doch warum tun sie das und woher wissen die Tiere eigentlich, was sie zu tun haben? Genau diese Fragen wollte Zoologie-Professor Stefan Richter gestern den rund 350 Kindern im Audimax beantworten.

Die Kinder-Uni ist ein gemeinsames Projekt der Universität Rostock und der OSTSEE-ZEITUNG. Deswegen ließ es sich der Uni-Rektor Wolfgang Schareck auch nicht nehmen, die Kinder noch einmal zum Semesterabschluss persönlich zu begrüßen. „Ich hoffe, dass euch das Semester so viel Spaß gemacht habt, dass ihr im September wiederkommt. Wollt ihr das?“ Fast alle heben den Finger. Doch bevor die Semesterferien beginnen, will Stefan Richter mit den Kindern über Zoologie sprechen.

„Wohin ziehen die Vögel im Winter“ war der Titel der letzten Vorlesung im Semester. Fünf Milliarden Vögel fliegen jeden Herbst von Europa nach Afrika. Ob Kuckuck, Schwalbe, Kranich oder Storch, alle nehmen die beschwerliche Reise auf sich. „Früher hat man geglaubt, dass die Störche zum Mond fliegen oder dass sich kleine Vögel im Winter in Mäuse verwandeln. Das ist natürlich Unsinn“, erzählt Stefan Richter seinen Zuhörern. Den ersten Beweis dafür, dass es sich um Zugvögel handelt, bekam man 1822. Bei Schloss Bothmer wurde damals ein Storch mit einem Pfeil im Hals abgeschossen. Der Pfeil stammte noch aus Afrika.

Der Pfeilstorch gefällt Eliah Radtke besonders gut. „Ich find komisch, dass er es geschafft hat mit dem Pfeil von Afrika bis nach Europa zu fliegen“, sagt der Achtjährige beeindruckt. Vögel seien zwar nicht seine Lieblingstiere, dennoch findet er sie cool. „Sie haben eine so komische Quiekstimme“, sagt er. In der Vorlesung habe er gelernt, dass es Langstreckenzieher, Kurzstreckenzieher und Standvögel gebe. Jetzt weiß der Schüler aus der Kröpeliner-Tor-Vorstadt auch, warum die Vögel nach Afrika fliegen.

„Es ist den Vögeln hier zu kalt und sie finden kein Futter“, sagt Stefan Richter. Doch im gleichen Zug ist es diesen Tieren in Afrika im Sommer zu warm und auch dort herrscht dann Futtermangel. Dabei richten sich die Vögel auf ihrer Reise unter anderem nach dem Magnetfeld der Erde, nach dem Stand der Sonne und nach Landmarken wie den Pyramiden. Woher die Vögel wissen, wann, wohin und wie lange sie fliegen müssen, werde ihnen in die Wiege gelegt. „Das ist Instinkt“, sagt der Zoologie-Professor.

Zum Abschluss gibt es für einige Studenten noch etwas geschenkt. Paula Print zieht aus einer großen Lostrommel 15 Gewinner für Kino-, Bücher- oder Zoo-Gutscheine hervor. Beim großen „Machmit-Fest“ zum Semesterfinale gibt es dann auf dem Ulmencampus für alle etwas zu erleben. Neben Live-Musik von „Les Bummms Boys“ gibt es zahlreiche Spielecken und eine große Hüpfburg.

(Text: Johanna Hegermann, Foto: Ove Arscholl)

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