Spannende Reise zu den „Feuerspuckern“ des Weltalls

Planetenforscher Ernst Hauber zu Gast bei der Kinder-Uni

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. „Wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt, bleibt dumm“ – im randvollen Audimax der Universität Rostock stimmten gestern 450 Kinder den Sesamstraßen-Klassiker an. Denn fragen sollten sie tatkräftig bei der Kinder-Uni. Planetenforscher Ernst Hauber ist extra aus Berlin angereist und ging der Frage „Warum gibt es auch auf dem Mars Vulkane?“ auf den Grund. In seiner Vorlesung erzählt der studierte Geologe über Planeten und Vulkane, deren Entstehung und Verschiedenheit.

Julius sitzt zwischen seinen Großeltern und schaut gespannt auf die großen Leinwände im Hörsaal der Universität. Manchmal, wenn es komplizierter wird, gibt sein Opa ihm noch eine Erklärung. „Mich interessieren Planeten und das Weltall sehr. Durch Star-Wars und Raumschiff Enterprise kenne ich mich auch schon ein bisschen aus“, erzählt der 8-Jährige. Spätestens als Ernst Hauber dann Bilder von ruhenden und Videos von speienden Vulkanen präsentiert, hat er die Aufmerksamkeit jedes Kindes.

Planetologe Hauber habe sich für die Kinder-Uni vor allem vorgenommen, viele visuelle Eindrücke zu vermitteln. „Mein Ansatz bei dieser Vorlesung ist, das Thema so einfach wie möglich zu erklären. Mit wenig Text und vielen Bildern“, so der Forscher. Woran erkennt man eigentlich einen Vulkan? Welche verschiedenen Arten gibt es? Wie sieht so ein Ascheregen aus? Und was ist ein Lavasee? Mit diesen Fragen begeisterte Hauber nicht nur Kinder, auch Eltern, Großeltern, Erzieher und Lehrer verfolgen die Vorlesung mit Interesse. „Man lernt eben auch als Erwachsener immer noch etwas dazu“, sagt Joachim Enge, der mit seinem Enkelsohn die Studienbank drückt.

Bei „Magma“ und „Lava“ wird es noch einmal besonders spannend. Der Unterschied ist leicht erklärt: „Magma“ befinde sich immer im Inneren der Erde. Sobald es aus dem Vulkan heraustritt, nenne man es dann „Lava“. „Und warum sind die Planeten im Inneren warm?“, möchte ein Mädchen aus dem Publikum wissen. Auch auf diese Frage war Hauber vorbereitet. „Aus kleinen Teilchen wächst ein Planet zusammen“, erklärt er. „Durch die Zusammenstöße entsteht sehr viel Wärme: Das Magma im Inneren eines Planeten.“

Noch bevor der Planetenforscher seine Kinder-Vorlesung beenden kann, werden es immer mehr Fragen, die den Kindern auf der Seele brennen. Was ist der älteste Vulkan? Wie erforscht man den Mars? Und gibt es dort Leben? Das ist wohl der einzige Moment, an dem der erfahrene Forscher keine zufriedenstellende Antwort liefern kann. „Man ist sich nicht sicher. Es gibt Hinweise, aber keine Klarheit darüber“, sagt Hauber. Über die Frage, wie man den Mars erforsche, freut sich der Dozent ganz besonders. „Roboter könnten dort zwar Proben einsammeln, aber wie wir sie wieder zurück auf die Erde schicken, liegt noch im Dunkeln.“Im Auditorium sitzen auch Jolien und ihre Mutter. „Es hat mir wieder sehr gut gefallen. Vor allem die Geschichte mit den Robotern“, resümiert die Achtjährige.

Wiebke Loseries von der Universität Rostock ist stolz auf die Kinder-Uni. „Wir bemühen uns um ein buntes Programm, Geistes- und Naturwissenschaften. Manchmal laden wir auch die Polizei oder den Rostocker Zoo ein“, so Loseries. Das sei vor allem wichtig, um Kinder für tiefgründige Inhalte zu begeistern. Gute Fragen an die Welt zu stellen sei schließlich für das ganze Leben wichtig. Hauber nahm sich so viel Zeit, bis am Ende jede Frage beantwortet war.

(Text: Lea-Marie Kenzler, Foto: Ove Arscholl)

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