Theater-Hexen reiten Richtung Hörsaal

Am Mittwoch laden die OZ und die Universität Rostock zur nächsten Kinder-Uni ein.

KröpelinerTorVorstadt(OZ) - „Mach nicht so ein Theater!“ bekommen Kinder häufig zu hören. Ein Appell, sich nicht allzu komisch aufzuführen. Zur nächsten Kinder-Uni aber steht genau das auf dem Plan. „Mach mal Theater!“ heißt es am Mittwoch, wenn die OSTSEE-ZEITUNG und die Universität Rostock zur knapp einstündigen Vorlesung ins Audimax an der Ulmenstraße laden. Dann wird verraten, wie ein Theaterstück entsteht.

Dozentin Swantje Nölke freut sich schon darauf, ihr Wissen rund um das Thema Theater an die Nachwuchsstudenten weiterzugeben. „Ich bin gespannt, wie die Kinder reagieren, wie es ihnen gefällt. Ein bisschen Aufregung schwingt da schon mit“, gibt die Dramaturgin vom Rostocker Volkstheater zu. Immerhin habe sie bisher noch nie vor einem solch jungen Publikum vorgetragen. Mitbringen wird die Theaterpädagogin allerhand Stoff und Requisiten, um gemeinsam mit den Kleinen und deren Familien in die Welt der Inszenierung einzutauchen. „Wir erzählen die
Geschichte unserer aktuellen Produktion ,Spuk unterm Riesenrad‘ und erklären anhand des Stücks, wie Theater gemacht wird.“ Die Kinderproduktion nach der gleichnamigen Fernsehserie hat der Volkstheater-Chefdramaturg
Jörg Hückler eigens für die Bühne neu bearbeitet.

Hexe, Riese, Rumpelstilzchen — die Aufführung lebt von seinen märchengleichen Figuren. All jene werden auch im Audimax verzaubern, wenn die Schauspieler in ihre Kostüme schlüpfen und ihre Rolle spielen. Apropos Rolle: Die Expertin hat sich fest vorgenommen, die Kinder mitwirken zu lassen. Sie will zeigen, wie wandlungsfähig die Mimik eines Menschen ist. Die Zuhörer beispielsweise lernen, ihren Gesichtsausdruck von einem zum nächsten Augenblick zu verändern. Mal böse und mal freundlich schauen. Voller Körpereinsatz aller kleinen Studenten ist also ausdrücklich erwünscht.

Zudem gewährt die Theatercrew einen exklusiven Blick hinter die Kulissen des Theateralltags. „Mit allerlei Skizzen, Modellen und Videomaterial veranschaulichen wir im Zeitraffer einen Bühnenaufbau“, verspricht Nölke. Und was natürlich auch nicht fehlen darf: Antwort zu finden auf die so wichtige Frage, wie läuft eine Probe ab? Schließlich steht vor jeder Bühnenreife eines Theaterstücks das emsige Einstudieren einzelner Szenen. Bis es so weit ist, bastelt die gebürtige Hessin, die erst seit Januar dieses Jahres am Rostocker Volkstheater engagiert ist, an neuen
Inszenierungen für künftige Spielpläne. Ihre Begeisterung für das Theater — viele Jahre arbeitete die 31Jährige
freiberuflich in Hamburg — möchte sie am kommenden Mittwoch ab 15 Uhr mit den Kindern teilen. „Es wäre wunderbar, wenn sich die Mädchen und Jungen vom Zauber des Theaters faszinieren lassen.“

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