Viel Wind: Hubschrauber fliegt zum Kinder-Uni-Finale ein

Gestern luden die OSTSEE-ZEITUNG und die Universität zur letzten Semester-Vorlesung.

Kröpeliner-Tor-Vorstadt(OZ) - Keine Angst vor weißen Kitteln! Schließlich lud Anatomie-Professor Andreas Wree (60) gestern nicht zur Sprechstunde und auch nicht zur Untersuchung, sondern zum großen Kinder-Uni-Finale ins Audimax an der Ulmenstraße. Mehr als 300 Nachwuchsstudenten kamen zur letzten Vorlesung im laufenden Sommersemester. Thema diesmal: Wie funktionieren unsere Finger?

Die Kleinen lauschten aufmerksam, mussten sie doch statt der üblichen Dreiviertel- nur eine halbe Stunde die Ohren spitzen — gewissermaßen verkürzter Unterricht, denn auf dem Uni-Campus lockten zum Saison-Abschluss Hüpfburg, Spielspaß und die Landung eines Hubschraubers. Gespannt waren sie allemal angesichts jener Attraktionen, die da draußen auf sie warteten. Wissen aber, welcher Finger am besten geeignet ist, um vortrefflich in der Nase bohren zu können, das wollten sich die Sechs-bis Zwölfjährigen auch auf keinen Fall entgehen lassen. „Das war wirklich witzig, als der Professor anfing, das zu erklären“, freute sich der neun Jahre alte Tom-Lukas aus Warnemünde. Nachdem der Griff in Richtung Riecher bei allen saß, gelang es Wree mit immer neuen Grifftechniken und ein paar geheimen Kniffen, die Kinder bei Laune zu halten.

„Unsere Hände sind unsere Werkzeuge. Gut, um beispielsweise Gummibärchen zu klauen, plauderte der Dozent aus dem Nähkästchen. Kaum ausgesprochen fanden sich flugs Freiwillige, die das unbedingt mal ausprobieren wollten. Mit dabei war auch die neunjährige Marie. Sie beeindruckte das Auditorium nicht nur damit, dass sie das klebrige Leckerli ohne Mühe aus den Händen ihrer jungen Kommilitonin befreien konnte, sondern vor allem mit ihrer wackelnden Fingerkuppe.
 
„Das ist ganz außergewöhnlich“, bestaunte Wree das kleine Kunststück. „Normalerweise ist unser Körper nämlich so konstruiert, dass wir nur den gesamten Finger bewegen können.“ Das liege an den Muskeln, die die Finger mittels Sehnen in Aktion versetzen. Aktion war das Stichwort. Kaum einen Augenblick, in dem die hibbelige Meute nicht mitmachen wollte. Was passiert, wenn ich die Hand zur Faust schließe? Was geschieht mit dem Arm, wenn ich winke? Auf ungezählte Fragen hatte Wree stets die richtigen Antworten parat. Sogar die eigenen Enkelkinder hatte er engagiert. Via Video-Einspielung machten die Wree-Sprösslinge vor und die Studenten-Kinder eifrig nach — bis der Gong zum Stundenende erklang. Da gab es kein Halten mehr. Die klappbaren Stühle schnellten in ihre Vorrichtung zurück. Die Neugierde auf das Uni-Fest war ungebrochen. „So ein tolles Programm. Ich wusste zuerst gar nicht, dass ein Hubschrauber landet. Was für eine Überraschung“, juchzte Luisa (11).

Der Professor erklärte ja auch, dass man mit dem Fingerabdruck beispielsweise Verbrecher überführen kann. Das war total spannend.“ Hannah (7), Stadtmitte

Die Vorlesung heute hat mir besonders gut gefallen. Auch, weil ich mich schon immer für Anatomie und Medizin interessiert habe.“ Nina (9), Kröpeliner-Tor-Vorstadt

Als der Professor anfing, die Geschichte mit dem richtigen Popeln zu erklären, hat die Stunde ganz viel Spaß gemacht. Alles war sehr wissenswert.“ Tom-Lukas (9), Warnemünde

 



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