Vulkane gibt es nicht nur auf der Erde

Bei der nächsten Kinder-Uni am 31. Mai befasst sich Planetenforscher Ernst Hauber mit dem Mars

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Wenn er gut steht, ist er „nur“ etwa 56 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Allein die Anreise würde Monate dauern. Und bisher hat ihn noch nie ein Mensch besucht: den Mars. Trotzdem wissen Forscher mittlerweile viel über den rotgefärbten Nachbarplaneten. „Zum Beispiel, dass es dort genau wie auf der Erde Vulkane gibt“, erzählt Ernst Hauber, Planetologe vom Institut für Planetenforschung in Berlin. Der 54-Jährige ist der nächste Dozent bei der Kinder-Uni von OZ und Universität Rostock am 31. Mai.

Bei seiner Vorlesung im Audimax beschäftigt er sich mit der Frage, warum es auf dem Mars Vulkane gibt. Vorab verrät er aber schon mal: „Seit wir ihn in den vergangenen 50 Jahren beobachten können, hat es aber keinen Ausbruch mehr gegeben.“ Um die Oberfläche des Planeten zu erforschen, fliegen unbemannte Raumschiffe ins All und liefern den am Boden gebliebenen Forschern wichtige Bilder und Radaraufnahmen. So können Wissenschaftler wie Hauber zum Beispiel einschätzen, wie die Oberfläche auf dem Mars beschaffen ist. Und wie alt diese Masse ist. „Je mehr Krater es etwa gibt, desto älter ist die Oberfläche des Planeten. Und auf dem Mars haben wir auch junge Oberflächen entdeckt.“ Das kann eigentlich nur bedeuten, dass es vor nicht allzu langer Zeit aktiven Vulkanismus auf dem Planeten gegeben haben muss.

Aber was genau ist ein Vulkan, woraus besteht, warum bricht er aus und was läuft da dann aus ihm heraus? All diesen Fragen wird der studierte Geologe Hauber in seiner Vorlesung nachgehen. „Ich werde erklären, wie Hitze im Erdinneren entsteht“, kündigt der Planetenforscher an. Begriffe wie „Magma“ und „Lava“ werden ebenso eine Rolle bei seiner Kinder-Uni spielen. Magma nennt man nämlich das Gestein, das im Erdinneren schmilzt. „Sobald es aber rauskommt aus dem Vulkan, heißt es Lava.“ Und dieses Gestein, das dann über den Erdboden „gespült“ wird, hat unterschiedliche Farben. Klar, rotglühend ist es zunächst einmal, aber danach kann es schwarz sein oder sogar weiß.

Das abgekühlte Gestein kann man übrigens überall auf der Erde finden und sogar berühren. Etwa bei einem Ausflug auf die italienische Insel Sizilien im Mittelmeer, wo immer noch der berühmteste und höchste Vulkan Europas, der Ätna, Feuer spuckt. Jüngst gab es im März einen Ausbruch. Doch wer nun glaubt, niemand lebt rund um diesen „Feuerspucker“, der irrt.

Nicht nur Forscher und Touristen klettern regelmäßig auf dem Ätna herum. Am Fuße des Vulkans stehen auch bewohnte Häuser. „Rund um einen Vulkan gibt es sehr fruchtbares Land, daher ist das Leben an Vulkanen beliebt“, erklärt Ernst Hauber. Und in den meisten Fällen komme ein Ausbruch nicht überraschend. „Man merkt, wenn Magmamasse in Unruhe gerät, dann werden Vulkanologen hellhörig und geben Warnungen heraus.“ Im schlimmsten Fall muss mal ein Dorf evakuiert werden.

Ob das wohl auch auf dem Mars nötig wäre, wenn ein Vulkan dort kurz vor dem Ausbruch steht? „Auf dem Mars könnte auf jeden Fall Leben existiert haben oder sogar noch existieren. Das wissen wir nicht genau“, sagt Hauber. Auf jeden Fall sei es schon deshalb möglich, weil es dort Spuren von Wasser gibt. Aber dazu mehr bei der nächsten Kinder-Uni.

(Text: Claudia Tupeit, Foto: Institut für Planetenforschung)

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