Warum die Störche immer ihre Nester finden

Kinder-Uni zum Magnetismus am 30. Oktober im Audimax in der Ulmenstraße

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. In „Jim Knopf und die Wilde 13“, einem Kinderbuch des deutschen Schriftstellers Michael Ende aus dem Jahr 1962, sind Jim und Lukas der Lokomotivführer auf Reisen. Dabei treffen sie auf eine Meerjungfrau, die ganz traurig ist, weil das Meeresleuchten nicht mehr da ist. Schuld daran ist der Magnetberg, der „aus“ ist und den Jim und sein Freund wieder einschalten, um das Meer erneut zum Leuchten zu bringen. Mit dieser schönen Geschichte wird Dr. Josef Tiggesbäumker die jungen Studenten der Kinder-Uni am 30. Oktober in die Veranstaltung einführen. Der Titel der zweiten Vorlesung in diesem Wintersemester lautet nämlich „Jim Knopf’s Reise zum Magnetberg“. Doch was hat es mit diesem Magnetberg auf sich? Und was werden die Kinder diesmal lernen?

„Das zentrale Thema wird diesmal ein Physikalisches sein. Alles wird sich um den Magnetismus drehen“, erzählt Tiggesbäumker, der am Institut für Physik arbeitet. Die Geschichte von Jim Knopf sei gerade deshalb so eine schöne Einleitung, weil sie sich mit vielen Mythen und physikalischen Gegebenheiten befasst. „An den Magnetberg glaubten die Menschen vor langer Zeit nämlich wirklich“, erklärt der Physiker. Weil die Kompassnadel immer nach Norden zeigt, entstand die Theorie, dass am Nordpol ein großer magnetischer Berg stehen müsse. Dorthin reisen konnte zur damaligen Zeit aber noch niemand. Wie ein Kompass wirklich funktioniert und was das mit dem Magnetfeld der Erde zu tun hat, das werden die Kinder in der Vorlesung erfahren.

Dass das Erdmagnetfeld auch für die Zugvögel eine wichtige Rolle spielt, wird Tiggesbäumker ebenfalls thematisieren. „Die Vögel können sich den Weg in den Süden nicht merken. Im Winter dorthin zu fliegen, ist für viele Arten aber überlebensnotwendig. Hier würden sie verhungern. Zugvögel haben aber einen speziellen Orientierungssinn und können sich am Erdmagnetfeld orientieren. So finden sie den Weg“, erläutert der Doktor der Physik. Auch im Hörsaal werden an diesem Tag Vögel sein, auf die sich die kleinen Studenten freuen können. Doch wie sieht Magnetismus eigentlich aus? Kann man den auch ein- und ausschalten, wie den Berg in Michael Endes Geschichte? Welche Materialien werden angezogen und welche nicht? Und wie geht das überhaupt, ohne dass jemand zieht? Fragen über Fragen, die Tiggesbäumker alle beantworten wird. „Langweilig wird es auf keinen Fall. Wir, also ich und einige meiner Doktoranden, werden viele Versuche durchführen und die Kinder so oft es geht nach vorne holen, damit sie uns helfen können“, freut sich der Physiker. Eisenfeilspäne wird dabei eine Rolle spielen. Und auch der Ostseesand. „Einige magnetische Teile befinden sich nämlich auch direkt bei uns an der Küste“, begeistert sich Tiggesbäumker.

Wie stark ein Elektromagnet ist, dürfen die Kinder direkt selbst beim „Tauziehen“ ausprobieren. Und ein bisschen „Magie“ erwartet die MiniStudenten, wenn zum Beispiel ein Aluminium-Ring wie von Zauberhand bis unter die Decke fliegen wird. „Manche Effekte sind aber auch so minimal, das man sie nicht bis in die letzte Reihe sehen kann“, meint Tiggesbäumker. Doch keine Angst: Es wird dafür gesorgt, dass niemandem etwas entgeht: „Mit einer Kamera, die ganz nah am Geschehen ist, wird alles über eine Leinwand übertragen“, berichtet der Dozent.

Zum krönenden Abschluss wird sogar Emma, die Lokomotive, mit der Jim Knopf und Lukas stets unterwegs sind, schwebend durch den Raum fahren. „Und sie wird weiterfahren, selbst wenn wir sie auf den Kopf drehen“, schmunzelt Tiggesbäumker geheimnisvoll. Wie das geht, bleibt aber vorerst sein Geheimnis.

(Text: Maria Baumgärtel, Fotos: Frank Söllner)

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