Wer, wie, was und vor allem warum?

Kinder-Uni beschäftigt sich mit dem Thema Fragen und Antworten

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Selten hat die Musik aus der „Sesamstraße“ besser gepasst: „Wer, wie, was?“, heißt es gestern wieder zum Auftakt der Kinder-Uni-Vorlesung im Audimax – und damit sind die rund 200 kleinen Zuhörer auch schon mitten im Thema. Kommunikationswissenschaftler Wolfgang Sucharowski erklärt ihnen anschaulich, warum Fragen und Antworten so wichtig für unsere Verständigung sind.

Zunächst aber geht es gar nicht um ausgesprochene Fragen und Antworten. Denn auch Pflanzen können sich „unterhalten“, ohne einen Laut von sich zu geben. Das wird von den drei Helferinnen des Professors dargestellt: Zwei von ihnen spielen Kartoffelpflanzen, die von der dritten – in Form gefräßiger Kartoffelkäferlarven – attackiert werden. Die Kartoffeln können sich mit Hilfe von Botenstoffen gegenseitig warnen und so dazu bringen, Raubwanzen zu Hilfe zu rufen, die wiederum die Larven fressen.

Es braucht also nicht unbedingt Worte. „Ist das bei uns auch so?“, fragt Sucharowski und gibt auch gleich die Antwort: „Babys können noch nicht sprechen, dafür aber schreien. Das ist ein Signal, das die Umwelt auf sie aufmerksam macht.“ Und wenn das Baby dann älter wird und die Welt, die es entdeckt, immer größer, umso mehr Fragen tun sich bei ihm auf.

Beim Verhältnis zwischen Erwachsenen und Kindern greift Sucharowski dann zum Klassiker der Kindererziehung, dem „Struwwelpeter“. Anhand der Geschichte des Suppenkaspers zeigt er, dass es früher deutlich strenger zuging und mit der Geschichte vom Jungen, der seine Suppe nicht essen will und schließlich verhungert, pädagogische Weisheiten ziemlich drastisch vermittelt wurden.

Dem stellen wiederum die Mitarbeiterinnen in der nächsten Spielszene Pippi Langstrumpf entgegen: Die muss sich keinen elterlichen Regeln beugen und darf zum Geburtstag so viel Pizza und Torte mampfen, wie sie will – dafür bekommt sie aber mächtig Bauchweh. Der Mittelweg ist also der richtige: Nicht zu streng und auch nicht zu locker. Das nimmt auch der neunjährige Friedrich aus der Vorlesung mit: „Mir hat die Szene mit Pippi am besten gefallen. Ich habe gelernt, dass man unterschiedliche Antworten bekommt, je nachdem, wen man fragt.“

Zum Schluss geht es um Schokolade: Auch hier zeigen Sucharowski und sein Team, dass es nicht nur eine Antwort auf eine Frage gibt – etwa auf die, ob Schokolade gut oder schlecht ist. Aber das wissen die Kinder eigentlich schon: Als sie gefragt werden, sagen manche, Schokolade sei ungesund, weil sie viel Fett und Zucker enthält. Andere antworten, dass sie auch Energie liefert und glücklich macht. Also gilt auch hier: Der Mittelweg ist meist die richtige Antwort.

(Text: Axel Büssem, Fotos: Ove Arscholl)

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