Wie kommt die Nachricht ins Fernsehen?

Stefan Horn, Leiter des NDR-Studios Rostock, bringt viel Technik mit zur Kinder-Uni/ Nachwuchs darf Nachrichten sprechen

Stadtmitte. Unfall am Nachmittag in Rostock, abends 19.30 Uhr wird über das Ereignis bereits im NDR-Fernsehen berichtet. Bewegte Bilder, Erklärungen von Fachleuten, wie Feuerwehrmännern und Polizisten inklusive. Aber wie kommt diese Nachricht mit den vielen Bildern und Informationen überhaupt auf den Bildschirm? Genau das will Stefan Horn, Leiter des NDR-Studios Rostock, den Nachwuchsstudenten bei der nächsten Kinder-Uni am 30. November im Hörsaal Audimax erklären – und zeigen. „Ich bringe natürlich Technik mit, auf jeden Fall eine Kamera und einen Monitor“, verspricht der Journalist.

Am extra aufgebauten Nachrichtentisch kann er anschaulich zeigen, wie ein Sprecher vor der Kamera steht und eine Nachricht aufsagt, während die Zuschauer – in diesem Fall nicht im Wohnzimmer, sondern im Uni-Gebäude – Bilder zum Text sehen.

Zum Einstieg wird Horn eine Nachricht abspielen. „Etwas aus dem Archiv, was manche vielleicht sogar im TV gesehen haben.“ Dabei wolle er darauf achten, nichts „Unerfreuliches, wie Unfälle oder Brände“, abzuspielen. Es solle sich ja für Kinder eignen. Und nachdem er erklärt hat, was seine Kollegen „draußen im Dienst“ machen und wie es schließlich im Studio weitergeht, sind die Lütten selbst gefragt. „Ich werde mir etwa vier Kinder aus dem Publikum nach vorn holen. Sie sollen dann selbst Nachrichten vortragen“, verrät der 55-Jährige. Beherzte Leser wünsche er sich. „Also solche Kinder, die sowieso gern und viel lesen.“

In den Studioräumen in der Richard-Wagner-Straße sind bis zu sieben feste und 20 freie Mitarbeiter im Einsatz, um Nachrichten für das Nordmagazin zu produzieren. Bei den morgendlichen Redaktionsrunden wird darüber gesprochen, was am Tag wichtig ist, welche Ereignisse anstehen, wo Teams hingeschickt werden sollten. Diese Teams bestehen zumeist aus drei Leuten: Reporter, Kameramann, Tontechnikassistent. Rostocker Beiträge werden auch in der Hansestadt geschnitten und eingesprochen. Sind sie fertig, muss Stefan Horn sie „abnehmen“, also schauen, ob der Beitrag gelungen ist. Erst dann wird das Material nach Schwerin übertragen.

Wer wissen möchte, wie man Nachrichtensprecher werden kann, „darf mich gern bei der Kinder-Uni fragen“, sagt Horn, der übrigens einst Landwirtschaft studierte und zufällig zum Journalismus kam.

(Text & Fotos: Claudia Tupeit)

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